Forschungsprojekt

BIM nachhaltig ist aus dem Forschungsprojekt „Digitale Gebäudemodelle für nachhaltige Gebäude“ entstanden. In diesem Projekt arbeiteten ExpertInnen der Austrian Cooperative Research (ACR)-Institute IBO, AEE INTEC, GET und IBS an Lösungen, um Nachhaltigkeitsaspekte von Gebäuden anhand ihrer BIM-Modelle zu bewerten und zu optimieren.

Die Ansprüche an Energieeffizienz, Energieversorgung, Komfort und Wirtschaftlichkeit im Betrieb von Gebäuden und Wohnungen sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen, wodurch die Planung bzw. Errichtung von Bauwerken immer komplexer wurde. Der Wunsch nach fachlich und digital reibungsloser Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Mit der Anwendung von BIM (Building Information Modeling/ Gebäudedatenmodellierung) soll dies praxisgerecht und nachhaltig verwirklicht werden: Mit einem Modell als gemeinsame Datenbasis für alle Beteiligten entstehen konsistentere, durchgängigere Informationen - egal wann und wie oft der Entwurf im Planungsprozess geändert wird.

Den Aspekt Nachhaltigkeit in die BIM-Modellierung einzubringen, war das zentrale Ziel des Forschungsprojekts. Energiebedarf, ökologische und ökonomische Aufwände sollen minimiert, NutzerInnenkomfort und Sicherheit optimiert werden. Die Anbindung von Instrumenten und Softwaretools der Nachhaltigkeitsbewertung an die Gebäudedatenmodellierung (BIM) wurde untersucht, um Nachhaltigkeitsaspekte direkt im BIM-basierten Planungsprozess dynamisch optimieren zu können.

Wirtschaftliche und ökologische Lebenszyklusanalysen werden jedoch wesentlich von den erreichten Betriebsdaten beeinflusst. Darum lag ein weiterer Schwerpunkt darauf, die Betriebs- und Nutzungsphase von Gebäuden in BIM-Prozessen abzubilden.

Nachhaltiger Gebäudebetrieb: Vorhersagen und optimieren

Die Senior Researchers aus den ACR-Instituten verfügen über umfangreiche Erfahrung in der dynamischen Simulation von Gebäuden und Anlagen: So können sie etwa vorhersagen, ob sich der erwartete Komfort (z.B. thermisch oder Tageslichtsimulation) einstellt, das Gebäude die Planungsziele bezüglich Energieeffizienz erreichen wird und ausreichender Brandschutz gegeben ist. Daten aus der Simulation können mit den später tatsächlich gemessenen Verbrauchs- und Monitoringdaten verglichen und in das BIM-Modell integriert werden. So wird transparent, ob das Gebäude die Vorgaben erfüllt und an welchen Stellen Verbesserungen, z.B. mit Hilfe intelligenter Gebäudeautomation und –regelung, möglich sind.

Zur Nachhaltigkeitsbewertung verwenden die ACR-Institute bewährte Instrumente wie Ökobilanzen, Lebenszykluskostenberechnungen oder Gebäudezertifikate. Im Projekt wurden aber auch neuere Entwicklungen wie die Methode des Product Environmental Footprint untersucht.

Mit den im Projekt entwickelten Workflows können die entsprechenden Daten zwischen BIM-Programmen und Tools der Nachhaltigkeitsbewertung ausgetauscht werden. Ergebnisparameter können wiederum im BIM-Modell dokumentiert werden und stehen während der Betriebsphase des Gebäudes zur Verfügung.

Testgebäude „Wolkenschiff"

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde dies an einem praxisnahen Objekt erprobt. Als Untersuchungsobjekt diente der vom Architekten Helmut Deubner geplante Passivhaus-Kindergarten „Wolkenschiff“ in Gänserndorf, der seit 2012 in Betrieb ist und 2015 erweitert wurde.

Weitere Informationen

Das Projekt "Digitale Gebäudemodelle für nachhaltige Gebäude" wurde vom BMWFW im Rahmen der Strategischen Projekte der ACR 2016 gefördert.
Laufzeit: November 2016 – April 2018

Projektpartner

IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH
AEE - Institut für Nachhaltige Technologien
Güssing Energy Technologies
IBS-Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung Gesellschaft m.b.H.

Links

Projektbeschreibung

Nachlese IBO Werkstattgespräch: (Wie) funktioniert BIM wirklich?